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Alkohol am Steuer

Alkohol am Steuer

Alkohol am Steuer ist eine der wesentlichen Ursachen für Straßenverkehrsunfälle. Dabei wird die Wirkung des Alkohols häufig unterschätzt. Bereits bei geringen Blutalkoholkonzentrationen erhöht sich das Unfallrisiko.

Unmittelbare Auswirkungen von Alkohol am Steuer

Unter Alkoholeinfluss schließen sich die Pupillen bei schnell einfallendem Licht (wie z. B. bei entgegenkommenden Scheinwerfern) zu langsam, so dass eine Blendungswirkung eintritt. Da überdurchschnittlich viele Alkoholfahrten bei Dunkelheit stattfinden, ist das Unfallrisiko wesentlich erhöht.
Da zudem die Umschaltung der Augenlinsen zwischen Nah- und Fernsicht nach Alkoholkonsum langsamer erfolgt, können Entfernungen weniger genau eingeschätzt werden. Dies bewirkt oft ein zu dichtes Auffahren des unter Alkoholeinfluss stehenden Kraftfahrers.

Die verschlechterte Fähigkeit zum Einschätzen von Entfernungen führt auch zu einem Unvermögen des menschlichen Gehirns, Geschwindigkeiten korrekt wahrzunehmen.
Alkohol bewirkt außerdem eine „Tunnelblick“ genannte Einschränkung des Blickfeldes, wodurch Ereignisse am Rand des Sehfeldes kaum noch wahrgenommen werden.
Informationen werden unter Alkoholeinfluss langsamer verarbeitet, so dass Gefahren erst mit Zeitverzögerung realisiert werden. Dementsprechend ist die Reaktionsgeschwindigkeit herabgesetzt. Hinzu kommt, dass ein präzises und sicheres Reagieren nicht mehr gewährleistet werden kann.
Generell bewirkt Alkohol Entspannung und Enthemmung, so dass mit steigendem Selbstvertrauen auch die Risikobereitschaft und damit die Wahrscheinlichkeit von Fahrfehlern zunehmen.

Das Unfallrisiko bei Alkohol am Steuer

Alkohol am Steuer stellt – gemessen an Anzahl und Schwere der Verkehrsunfälle – das größte Unfallrisiko im Straßenverkehr dar. Im Jahr 2011 stieg die Anzahl der mit einem Personenschaden verbundenen Alkoholunfälle auf fast 15.900, was einer Erhöhung gegenüber dem Vorjahr um 5,5 % entspricht. Bei diesen Unfällen starben 400 Menschen und damit 58 mehr als im Jahr 2010. Erschreckend ist aber vor allem, dass damit jeder zehnte Verkehrstote auf einen Unfall unter Alkoholeinfluss zurückzuführen ist.
Aus dem Vorjahr stammende Untersuchungen hatten ergeben, dass etwa 1,2 % aller Autofahrer alkoholisiert sind und Alkoholfahrten für 9,5 % aller Verkehrstoten verantwortlich sind. Somit führen alkoholisierte Fahrer zu einem achtfach erhöhten Risiko eines tödlich endenden Unfalls.

Rechtliche Regelungen gegen Alkohol am Steuer

Die rechtlichen Sanktionen, die bei Alkohol am Steuer vorgesehen sind, bezwecken einen sicheren Straßenverkehr, den Schutz vor Gefährdungen von Gesundheit und Leben sowie die Vermeidung von (volkswirtschaftlichen) Schäden für die Allgemeinheit.
Die Promillegrenzen sind in den europäischen Staaten sehr unterschiedlich geregelt:
In vielen osteuropäischen Ländern einschließlich der EU-Mitglieder Estland, Tschechien, Slowakei, Ungarn und Rumänien sowie in Albanien und den meisten Nachfolgestaaten der Sowjetunion gilt ein absolutes Alkoholverbot. Polen, Schweden und Norwegen weisen eine Promillegrenze von 0,2 o/oo, Bosnien-Herzegowina von 0,3 o/oo und Litauen von 0,4 o/oo auf. Alle übrigen europäischen Staaten verfügen über eine Grenze von 0,5 o/oo, wobei Großbritannien mit 0,8 o/oo eine Ausnahme nach oben darstellt.
Ein spezielles absolutes Alkoholverbot gilt in Deutschland für Fahranfänger, für Kraftfahrer bis zum vollendeten 21. Lebensjahr und für gewerbliche Kraftfahrer, die zu ihrer Tätigkeit einen Personenbeförderungsschein benötigen. Ab Erreichen der 0,5-Promillegrenze wird ein Fahrverbot ausgesprochen und bei wiederholtem Alkohol am Steuer eine medizinisch-psychologische Untersuchung durchgeführt.

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